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SCHADEN NEHMEN


Das kleine Mäuschen war guter Dinge auf dem Weg des Lebens;
nur noch die Brücke zum goldenen Gipfel, dann hatte es sein
Ziel erreicht. Aber noch war es ziemlich steil und ging durch
unwirtliches Gelände. Es musste ziemlich aufpassen, dass es
nicht abrutschte, und kämpfte sich tapfer vorwärts.
Da sah es plözlich einen Mann neben sich und fragte ver-
wundert: „Wer bist du?“
„Gott“, antwortete dieser, „ich gehe schon lange neben dir.
Bemerkst du mich erst jetzt?“ - „Na ja“, sagte die Maus, „aber
weißt du, ich kann sowieso nichts mit dir anfangen. Am besten
gehst du deiner Wege und ich meiner!“
Da rutschte es aus, weil es unachtsam war und zu viel redete,
stürzte den Abhang hinunter und wäre jämmerlich umgekommen,
wenn ihm Gott nicht einen Busch hingehalten hätte.
„Noch mal Glück gehabt!“ sagte es zu den Mäusen, mit denen
es sich anschickte, das verlorene Stück Wegs von neuem zu
erklimmen.
Da kreuzten drei Katzen den Lebensweg der Mäuse, die er-
schrocken auseinanderstoben! Sie wurden alle gefressen nur
unser kleines Mäuschen nicht, denn Gott hatte es mit Dunkel-
heit eingehüllt, so dass es die Katzen nicht sehen konnten.
„Wie klug ich ihnen doch davongerannt bin!“ lobte sich das
Mäuschen, als es die Brücke zum goldenen Gipfel betrat.
„Sei vorsichtig“, mahnte Gott, „Komm an meine Hand, ich
bringe dich hinüber!“
„Nein!“ lachte das Mäuschen, „mein ganzes Leben mußte
ich mich allein abplagen, da schaff´ ich den Rest auch allein!“
Sprach´s, rutschte aus, stürzte in die Schlucht und blieb
am Fuße des Berges liegen.
„Weit gebracht hast du´s“, spottete das Häschen, das sich
anschickte, den Berg des Lebens zu erklimmen


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